Chaos an den Zapfsäulen: Preissenkung kommt nicht an
Die mit Spannung erwartete Spritpreisbremse ist seit Donnerstag, 12 Uhr, in ganz Österreich in Kraft. Autofahrer sollen seither um 10 Cent pro Liter entlastet werden. Doch schon kurz nach dem Start zeigt sich: Die Umsetzung ist alles andere als einheitlich.
Eigentlich hätte der Preis an allen Tankstellen gleichzeitig sinken müssen. Doch ein erster Überblick zeigt ein gemischtes Bild. Einige Tankstellen haben die Preise bereits vor Mittag gesenkt – teilweise sogar stärker als vorgeschrieben. Andere hingegen blieben deutlich unter der erwarteten Entlastung.
Damit steht schon zum Start die Frage im Raum: Kommt die staatlich verordnete Preissenkung bei den Autofahrern wirklich an?
Warum die 10 Cent nicht überall ankommen
Der Grund liegt im Detail der Regelung. Entscheidend ist nicht der aktuelle Preis, sondern ein Durchschnittswert aus den vergangenen Tagen. Laut Wirtschaftsministerium kann es deshalb zu Abweichungen kommen – die Senkung muss also nicht exakt 10 Cent vom zuletzt angezeigten Preis betragen.
Das macht die Maßnahme für viele Autofahrer schwer nachvollziehbar – und sorgt für zusätzliche Verunsicherung.
Kompliziertes System statt fixer Preis
Die Spritpreisbremse besteht aus zwei Hebeln: einer Senkung der Mineralölsteuer und einer Begrenzung der Gewinnmargen. Daraus ergibt sich keine fixe Preisreduktion an der Zapfsäule, sondern eine täglich angepasste Obergrenze.
Das bedeutet: Tankstellen dürfen ihre Preise weiterhin selbst festlegen – allerdings nur unterhalb dieser Grenze. Wie stark die Preise tatsächlich sinken, kann daher variieren.
Nicht alle müssen sofort senken
Hinzu kommt: Nicht alle Tankstellen geben die Senkung gleichzeitig weiter. Große Konzerne mit eigenen Raffinerien setzen die neuen Preise meist sofort um. Freie Tankstellen dürfen hingegen zunächst bestehende Lagerbestände verkaufen, bevor die Reduktion vollständig greift.
Außerdem sind bestimmte Anbieter – etwa kleine Betreiber oder Autobahntankstellen – gar nicht an die Regelung gebunden.
Wann sich Tanken jetzt lohnt
Für Autofahrer ändert sich damit auch der günstigste Zeitpunkt zum Tanken. Laut Heute ist es diesmal sinnvoll, erst nach 12 Uhr zur Zapfsäule zu fahren, weil die Preisreduktion erst ab diesem Zeitpunkt gilt. Die nächste Preiserhöhung ist erst wieder am Freitag zu Mittag möglich, da Tankstellen ihre Preise nur montags, mittwochs und freitags anheben dürfen. Wer sparen will, sollte den Tankstopp daher genau planen.
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