Die chinesische Regierung bestätigte, dass drei Schiffe die Straße von Hormus „kürzlich“ passiert hätten. Laut Außenamtssprecherin Mao Ning erfolgte die Durchfahrt in Abstimmung mit den beteiligten Akteuren in der Region.

Konkrete Angaben zu Ladung oder Schiffstypen machte Peking nicht. Medienberichte deuten jedoch darauf hin, dass es sich um Containerschiffe der staatlichen Reederei COSCO handeln könnte.

Eine Meerenge mit enormer Bedeutung

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Transportwegen für Energie weltweit. Ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels – etwa ein Fünftel – passiert täglich dieses enge Seegebiet.

Seit den militärischen Auseinandersetzungen rund um den Iran ist die Passage jedoch durch das Mullah-Regime blockiert worden.

Ölhandel: Die Iran-China-Connection

Für China, aber auch für den Iran, ist die Situation besonders heikel. Die Volksrepublik bezieht große Mengen Energie aus der Golfregion – rund die Hälfte der Ölimporte auf dem Seeweg stammt von dort. Gleichzeitig entfallen etwa 80 Prozent der iranischen Ölexporte auf China.

Damit wird deutlich: Sowohl Iran als auch China haben großes Interesse daran ihren Ölhandel fortzusetzen.

Iran als geopolitischer Schlüsselpartner

Die enge Verbindung zwischen Peking und Iran ist kein Zufall. Im Rahmen der chinesischen „Belt-and-Road-Initiative“ plant China insgesamt Investitionen von rund 400 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von 25 Jahren. Diese fließen u.a. in iranische Energieprojekte sowie in Infrastrukturmaßnahmen. Im Gegenzug erhält China Zugang zu iranischem Öl – häufig zu vergünstigten Konditionen, trotz westlicher Sanktionen.