Radikale Einschnitte: ProSiebenSat.1 setzt alles auf TV
Nach einem schwierigen Geschäftsjahr richtet sich der Medienkonzern ProSiebenSat.1 umgehend neu aus. Künftig soll weniger Diversifikation, dafür mehr Konzentration auf das Kerngeschäft Fernsehen und Unterhaltung den Weg nach vorne weisen.
Ein zentraler Bestandteil der neuen Strategie ist die Trennung von Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts.
So sollen die Vergleichsportale billiger-mietwagen.de und CamperDays verkauft werden. Mit diesem Schritt will sich das Unternehmen gezielt von Geschäftsbereichen lösen, die nicht unmittelbar zur inhaltlichen Ausrichtung passen.
Hinter der strategischen Neuausrichtung steht der italienische Mehrheitsaktionär MFE-MediaForEurope, der mehr als 75 Prozent der Anteile an ProSiebenSat.1 hält.
Die Mediengruppe, die von der Familie des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrolliert wird, verfolgt ein klares Ziel: den Konzern wieder stärker auf Fernsehen und Entertainment auszurichten.
Klare Ansage des neuen Konzernchefs
Konzernchef Marco Giordani ließ keinen Zweifel an der Richtung: „Wir entwickeln ProSiebenSat.1 konsequent von einer diversifizierten Gruppe zu einem fokussierten und reichweitenstarken Entertainment-Haus im deutschsprachigen Raum.“
Geplant ist, vor allem lokale Inhalte sowie Live-Formate auszubauen und diese stärker über verschiedene Plattformen hinweg zu verbreiten.
Schwaches Jahr zwingt zum Handeln
Der Umbau erfolgt nicht ohne Grund. Im Geschäftsjahr 2025 musste der Konzern deutliche Rückgänge verkraften: Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank um 28 Prozent auf 403 Millionen Euro, während der Umsatz um 6,2 Prozent zurückging. Noch drastischer fiel die Entwicklung beim operativen Gewinn aus: Dieser brach um fast 53 Prozent auf 241 Millionen Euro ein. Hauptgrund dafür war insbesondere die schwache Entwicklung im TV-Werbemarkt.
Hoffnung auf Erholung im Jahr 2026
Für das laufende Jahr zeigt sich der Konzern jedoch vorsichtig optimistisch. Beim operativen Ergebnis wird Berichten der WiWo zufolge, ein „hoher Anstieg“ gegenüber den 241 Millionen Euro aus dem Vorjahr erwartet – nicht zuletzt aufgrund strenger Kostendisziplin.
Beim Umsatz rechnet das Unternehmen mit einem leichten organischen Wachstum.
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