Unfassbar: Sogar beim Mineralwasser wird jetzt gespart
Alles wird teurer – jetzt ist auch das Mineralwasser betroffen: Die Nachfrage ist massiv eingebrochen. Vor allem das Pfandsystem und die steigenden Preise schmälern die Nachfrage. Die Branche schlägt Alarm und rechnet mit langen Durststrecken.
Es ist ein stiller, aber spürbarer Trend im Alltag der Österreicher: Selbst beim Mineralwasser wird gespart. Die Kombination aus steigenden Preisen und neuen Regeln beim Pfandsystem sorgt für einen deutlichen Rückgang des Konsums. Für die Produzenten ist das ein Warnsignal, denn ausgerechnet der schnelle Kauf „unterwegs” bricht weg. Eine rasche Erholung ist nicht in Sicht, so der Kurier.
Absatz bricht zweistellig ein
Die Zahlen sind eindeutig: Im Jahr 2025 ist der Absatz von Mineralwasser in Österreich um 12 Prozent eingebrochen. Die abgefüllte Menge sank dabei von über 700 Millionen auf nur noch 614 Millionen Liter.
Auch beim Pro-Kopf-Verbrauch ist der Rückgang deutlich erkennbar: von 84,3 Litern im Jahr 2024 auf 74,1 Liter im Jahr 2025.
Pfand und Preise drücken auf die Nachfrage
Hauptgrund ist laut der Branche das neue Einwegpfand für PET-Flaschen. Gerade im Handel, wo der Großteil des Umsatzes erzielt wird, macht sich das deutlich bemerkbar. Besonders betroffen ist der sogenannte „Unterwegs-Konsum“. Der spontane Griff zur Flasche wird seltener.
Herbert Schlossnikl, Sprecher des „Forum Mineralwasser“ und Vöslauer-Chef, bringt es gegenüber dem Kurier auf den Punkt: „Wir haben zwar eine deutliche positive Entwicklung in Richtung Mehrweg gehabt, aber das konnte das Minus nicht kompensieren.“
Auch das Wetter spielte eine Rolle: Nach einem Rekord-Hitzesommer im Jahr 2024 fiel das Jahr 2025 deutlich kühler und verregneter aus, was ebenfalls ein Dämpfer für den Absatz war.
Hoffnung – aber erst in einigen Jahren
Trotz der aktuellen Krise sieht die Branche langfristig Chancen. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass sich Märkte nach der Einführung von Pfandsystemen wieder erholen können. Schlossnikl zeigt sich vorsichtig optimistisch: „Wir sind also optimistisch, dass die Konsumenten wieder zum Mineralwasser zurückkommen.“
Kurzfristig bleibt die Lage jedoch angespannt. Die Branche rechnet damit, dass es drei bis vier Jahre dauern wird, bis das Niveau von 2025 wieder erreicht ist.
Sprudel bleibt Nummer eins
Trotz des Rückgangs bleibt die Vorliebe der Österreicher stabil:
– 57 % greifen zu Mineralwasser mit Kohlensäure
– 15 % zu leicht prickelndem Wasser
– 28 % zu stillem Wasser
Das klassische „Sprudelwasser“ bleibt damit weiterhin klarer Marktführer.
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