Am Gründonnerstag inszenierten Aktivisten des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) mitten in Wien einen „Kreuzweg der Schweine“. Auf Facebook dokumentierten sie die Aktion anschließend selbst. Schon ihre Wortwahl zeigt, dass sie die christliche Passionssymbolik bewusst einsetzten.

Offiziell sollte die Aktion auf das Leid von Mastschweinen aufmerksam machen. Für viele Christen dürfte sie jedoch vor allem wie eine gezielte Verhöhnung christlicher Symbolik wirken.

Mehrere „Stationen“ zeigen das Leben von Mastschweinen – von der Geburt bis zur Schlachtung. Im Mittelpunkt der Aktion steht eine Figur, die ein großes Holzkreuz durch Wien trägt.

Schweinemaske statt Christusfigur

Besonders brisant: Statt einer Christusfigur zeigen die Aktivisten eine Gestalt mit Schweinemaske, die das Kreuz schleppt – eine unübersehbare Anspielung auf Jesus. Dazu ein politisches Schild: „Opfer der christlichen Tierliebe der ÖVP“.

Politische Kritik wird hier mit religiöser Symbolik aufgeladen – und das ausgerechnet in der Karwoche, unmittelbar vor Ostern.

Nachgestellte „Leidensstation“: Eine Figur mit Schweinemaske trägt ein Holzkreuz.VGT.at/Pressefoto

Bewusste Provokation zur Karwoche

Der Kreuzweg ist im Christentum untrennbar mit der Karwoche und dem Karfreitag verbunden. Christen gedenken dabei des Leidenswegs Jesu vor seiner Kreuzigung und Auferstehung.

Genau in dieser sensiblen Phase greifen die Aktivisten die Passionssymbolik auf und übertragen sie auf ihr Protestthema.

Vor dem Ministerium in Wien: Der Protest richtet sich gegen die heimische Landwirtschaftspolitik – wirkt aber eher wie ein Angriff auf die christliche Religion.VGT.at/Pressefoto

Tierschutz oder Tabubruch?

Der VGT will mit der Aktion auf Missstände in der Schweinehaltung aufmerksam machen. Doch die gewählte Darstellung sorgt für Empörung.

Ein exxpress-Leser schreibt: „Man ist ja gewöhnt, dass man sich als Christ alles gefallen lassen muss. Aber zum wichtigsten Feiertag so eine Aktion und so ein Bild? Hätte der VGT eine andere Religion gewählt, gäbe es wahrscheinlich ganz andere Reaktionen.“