Ein simples Gebäck sorgt für große Empörung. In den sozialen Netzwerken verbreitet sich die Aufregung über angeblich umbenannte „Schweineohren“ bei Aldi rasend schnell. Es werden zahlreiche Spekulationen angestellt – von religiöser Rücksichtnahme bis hin zu einer bewussten Umbenennung im Zuge des Ramadan. Die Empörung ist groß, die Vorwürfe deutlich. Die Frankfurter Rundschau stellte daraufhin eine Anfrage an Aldi und berichtete zuerst.

TikTok-Video entfacht Debatte

Auslöser der Diskussion ist ein Video auf TikTok. Darin fragt eine Influencerin irritiert: „Ist das wirklich wahr? Heißen Schweineohren bei Aldi jetzt Zuckerohren?” In den Kommentaren wird rasch spekuliert. Einige Nutzer vermuten einen Zusammenhang mit dem muslimischen Zuckerfest. „Zuckerfest – Zuckerohren. Es ist so durchschaubar“, schreibt eine Person. Andere reagieren mit Ablehnung: „Kaufe ich nicht mehr.“

Die Theorie dahinter: Der Begriff „Schwein“ wurde möglicherweise vermieden, um muslimische Kunden anzusprechen. Auch wenn das Gebäck kein Schweinefleisch enthält, wird vermutet, dass der Name eine Rolle spielen könnte.

Aldi stellt klar: Zwei Produkte, zwei Namen

Der Discounter selbst weist die Spekulationen zurück und liefert eine Erklärung. Eine Sprecherin von Aldi Nord erklärt gegenüber der Frankfurter Rundschau, es handele sich schlicht um zwei unterschiedliche Produkte. Die klassischen „Schweinsöhrchen“ seien weiterhin im Sortiment, etwa im Keksregal oder als Aktionsware. Die „Zuckerohren“ hingegen sind ein regionales Produkt, das in Berlin und Brandenburg in der Backwarenauslage angeboten wird. Sie stammen von einer lokalen Handwerksbäckerei.

Auch in der Herstellung gibt es Unterschiede. Aldi erklärt: „Während das Schweinsohr ein länger haltbares Gebäck ist, handelt es sich bei dem Zuckerohr um ein frisch aufgebackenes Produkt, welches für die beste Qualität zeitnah nach dem Kauf verzehrt werden sollte.“

Die unterschiedlichen Namen haben einen praktischen Grund. Sie sollen die Produkte klar unterscheidbar machen – sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter.

Schon einmal Aufregung um Namen

Diese Art der Debatte ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr sorgte die Bezeichnung „Sitzhase” für Wirbel. Damals wurde ebenfalls spekuliert, ob traditionelle Begriffe verändert würden. Einige Nutzer behaupteten sogar, christliche Feste würden verdrängt. Auch Boykottaufrufe machten die Runde.

Lidl stellte damals klar, dass der Begriff lediglich der Unterscheidung im Sortiment diene. Produkte mit der Bezeichnung „Osterhase“ werde es weiterhin geben.