In Brüssel schrillen die Alarmglocken: Die EU steckt mitten in einer massiven Cyber-Krise. Wie „Politico“ berichtet, wurden in den vergangenen Monaten mehrere IT-Systeme sowie Smartphones von EU-Beamten Ziel koordinierter Hackerangriffe.

Hacker zielen auf vertrauliche EU-Chats

Besonders brisant: Selbst vermeintlich sichere Kommunikationskanäle sind betroffen. Laut dem Bericht mussten hochrangige EU-Funktionäre sogar eine Signal-Chatgruppe schließen – aus Angst, sie könnte kompromittiert worden sein. Sicherheitsdienste warnen sogar vor einer groß angelegten Spionagekampagne, bei der sich Angreifer als Support ausgeben, um Zugriff auf Accounts zu bekommen.

Mindestens zwei bestätigte Angriffe erschüttern die EU-Kommission: Ende März wurde die Cloud-Infrastruktur rund um die Website „europa.eu“ gehackt. Dabei sollen sensible Daten wie Namen, E-Mail-Adressen und sogar Inhalte gestohlen worden sein. Bereits im Jänner gab es zudem Hinweise auf einen Angriff auf ein internes System zur Verwaltung von Diensthandys -– betroffen könnten Kontaktdaten von Mitarbeitern sein.

Auch technisch brisant: Sicherheitslücken in weit verbreiteter Verwaltungssoftware sollen von Hackern gezielt ausgenutzt worden sein. Mehrere europäische Staaten meldeten ähnliche Angriffe auf Behörden.

Wer steckt dahinter? Bei einer groß angelegten Kampagne gegen Messenger-Dienste vermuten Geheimdienste den Kreml. Hacker sollen sich als Support-Dienst ausgegeben haben, um Zugriff auf Accounts zu bekommen. Gleichzeitig wird für den Cloud-Hack eine bekannte Cybercrime-Gruppe verantwortlich gemacht: „ShinyHunters“ soll laut EU-Cybersicherheitsbehörde riesige Datenmengen im Darknet veröffentlicht haben.

Die EU hält sich bedeckt, Details bleiben rar. Klar ist aber: Die Angriffe zeigen massive Sicherheitslücken – und setzen Europas Institutionen zunehmend unter Druck.