Während seiner Tätigkeit als Pflegekraft in Oberösterreich hatte der 41-jährige Mann aus Rumänien Kenntnis davon erlangt, dass sich im Haus seines Klienten wertvolle Goldbestände befanden.

Dabei handelte es sich um Goldmünzen und Goldbarren, die ursprünglich als Weihnachtsgeschenke für die Enkelkinder gedacht waren. Dieses Wissen sollte sich später als entscheidend erweisen.

Rückkehr mit Komplizen

Am 20. Oktober des Vorjahres verließ der Pfleger zunächst das Land. Doch nur fünf Tage später kehrte er zurück – diesmal jedoch nicht allein.

Gemeinsam mit zwei Helfern im Alter von 23 und 38 Jahren verschaffte er sich Zugang zum Wohnhaus. Dank seiner Kenntnisse über die Türkombination und das Versteck des Goldes konnten die Täter unbemerkt in die Räumlichkeiten eindringen – und das sogar, während sich der Bewohner im Haus befand. Nach dem Diebstahl flüchteten sie umgehend zurück nach Rumänien.

Entdeckung erst Wochen später

Der Diebstahl blieb zunächst unbemerkt. Erst im Dezember stellte der Geschädigte das Fehlen der Wertgegenstände fest und erstattete Anzeige. Die Ermittlungen führten rasch zum Erfolg: In enger Zusammenarbeit zwischen österreichischen Behörden, dem Verbindungsbüro in Rumänien sowie der Kriminalpolizei in Temesvar konnten die Täter identifiziert werden.

Gold bleibt verschwunden

Trotz der schnellen Aufklärung bleibt die Beute bis heute unauffindbar. Die beiden Komplizen sollen als Entlohnung jeweils einen Goldbarren erhalten haben. Der Haupttäter hingegen soll den Großteil des Goldes behalten oder später verkauft haben.

Der 41-Jährige wurde inzwischen nach Österreich ausgeliefert und in die Justizanstalt Ried überstellt. Er zeigt sich bislang nur teilweise geständig. Seine beiden Helfer haben die Tatvorwürfe hingegen vollständig eingeräumt und wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Besonders brisant: Einer der Komplizen gab an, dass die Gruppe noch zwei weitere Male nach Österreich zurückgekehrt sei, um zusätzliche Wertgegenstände zu stehlen. Diese Versuche scheiterten jedoch, da sie keinen erneuten Zugang zum Haus erlangen konnten.

Weitere Betrugsfälle rund ums Thema Gold

Der Fall reiht sich in eine Serie von Edelmetall-Delikten in Oberösterreich ein. Erst Ende März wurde ein ähnlicher Vorfall bekannt: Eine 70-jährige Frau aus Vöcklabruck wurde Opfer eines sogenannten „Schockanrufs“.

Betrüger gaben sich am Telefon als Polizisten und Staatsanwälte aus und behaupteten, ihr Sohn habe in Wien ein Kind überfahren. Um eine angebliche Haftstrafe zu verhindern, müsse eine hohe Kaution bezahlt werden.

Unter dem Druck der Situation hob die Frau Goldbarren im Wert von rund einer Million Euro aus ihrem Bankschließfach ab und übergab sie einem vermeintlichen Polizisten. Die Ermittlungen laufen.