Klimaschutz um jeden Preis? – „Das ruiniert unsere Wirtschaft“
Zwischen ambitionierter Klimapolitik und wachsendem Druck auf Energiepreise und Industrie spitzt sich die Debatte zu: Wie viel Regulierung verträgt Europas Wirtschaft – und wer zahlt am Ende die Rechnung?
In exxpress live wurde am Montag intensiv über Europas Energiepolitik und die Klimaziele der EU diskutiert. Mit dabei: Politikwissenschaftler Ralph Schöllhammer und FPÖ-Politikerin Lisa Schuch-Gubik. Die Debatte war geprägt von einem klaren Gegensatz.
„Wir retten das Klima – und zerstören unseren Standort?“
Die EU-Verordnung zu Methanemissionen bringt die Fronten auf den Punkt: Für den Moderator Volker Piesczek ein notwendiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel, für die Gäste ein weiteres Beispiel für „weltfremde Regulierung“. Lisa Schuch-Gubik brachte die Kritik auf eine einfache Formel: Die EU beschließe Maßnahmen, die „kein einziges Exportland erfüllen kann“ – mit der Folge steigender Preise und wachsender Belastung für Unternehmen.
Auch Schöllhammer argumentierte ähnlich: Europa versuche, ein globales Problem im Alleingang zu lösen – während andere Regionen weiter industrialisieren. Der Effekt: höhere Kosten, ohne messbaren Einfluss aufs Weltklima. Der Moderator hielt dagegen und verwies auf die realen Folgen der Erderwärmung – steigende Schäden, steigende Kosten, wachsender Handlungsdruck. Doch genau hier lag der Kernkonflikt: Während er auf langfristige Risiken fokussierte, sahen die Gäste die unmittelbaren wirtschaftlichen Schäden als entscheidend.
„Ohne Alternativen sind Verbote nur teuer – nicht effektiv“
Ein zweiter Streitpunkt: die praktische Umsetzbarkeit der Energiewende. Alle drei Gäste betonten, dass erneuerbare Energien zwar sinnvoll seien – aber aktuell nicht ausreichen. Der Ausbau könne bestenfalls den steigenden Energiebedarf decken, nicht aber fossile Energie vollständig ersetzen.
Schöllhammer sprach von einem grundlegenden Denkfehler: Man verspreche den Menschen gleichzeitig Wohlstand und radikale Emissionsreduktion – „die eierlegende Wollmilchsau“. Schuch-Gubik ergänzte: Solange praktikable Alternativen fehlen, führe jede Verteuerung fossiler Energie direkt zu Belastungen für Haushalte und Betriebe. Der Moderator versuchte, den Fokus zu verschieben – hin zu langfristigen Einsparungen durch erneuerbare Energien. Doch auch hier konterten die Gäste: Bürokratie, hohe Steuern und fehlende Infrastruktur würden den Ausbau selbst behindern.
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