In exxpress live wurde am Donnerstag intensiv über digitale Gewalt und Deepfakes diskutiert. Mit dabei: Gerald Markel und Anna-Sophie Prosquill. Im Zentrum stand eine hitzige Grundsatzfrage: Geht es beim Schutz vor Missbrauch im Netz – oder längst um mehr Kontrolle und weniger Meinungsfreiheit?

„Türöffner für Überwachung?“ – Zweifel an der politischen Agenda

Ausgangspunkt der Debatte war ein prominenter Fall aus Deutschland – doch schnell wurde klar: Für viele ist er nur der Anlass, nicht das eigentliche Thema. Die schärfste Kritik: Hinter der Diskussion stecke eine gezielte politische Agenda. „Das ist kein Einzelfall, das ist eine Kampagne“, heißt es in der Runde. Ziel sei es, neue Eingriffe ins Netz zu legitimieren – von strengeren Regeln bis hin zur Klarnamenpflicht.

Besonders brisant: Kritiker sehen die Gefahr, dass Meinungen künftig bereits „unterhalb der Strafbarkeitsschwelle“ überwacht werden könnten. Damit gehe es nicht mehr nur um strafbare Inhalte – sondern um Kontrolle von Debatten. Der Vorwurf wiegt schwer: Der Schutz vor Deepfake-Missbrauch werde instrumentalisiert, um langfristig mehr Zugriff auf Nutzer und ihre Identität zu bekommen.

„Schutz ist notwendig – aber wie weit darf der Staat gehen?“

Unbestritten bleibt: Digitale Gewalt existiert – und sie trifft vor allem Frauen. Manipulierte Bilder und Videos können Existenzen zerstören, Familien zerreißen und massiven psychischen Druck auslösen. Doch genau hier beginnt der Konflikt: Reicht ein neues Gesetz – oder schafft man damit neue Probleme?

Während einige fordern, die Erstellung von Deepfake-Pornos endlich strafbar zu machen, warnen andere vor den Konsequenzen: Ohne klare Identität im Netz seien solche Delikte kaum verfolgbar. Die logische Folge wäre eine Klarnamenpflicht – für viele der „Einstieg in das Ende der Meinungsfreiheit“. Andere setzen dagegen auf Prävention statt Verbote: Aufklärung, Medienkompetenz und Kennzeichnung von KI-Inhalten könnten helfen, ohne Grundrechte einzuschränken.

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