Mitte März kam es zu dem Vorfall: Insgesamt sechs Schafe – darunter vier ausgewachsene Tiere und zwei Lämmer – wurden auf einer Weide in Furth an der Triesting (Bezirk Baden) getötet. Die Untersuchung durch den Amtstierarzt brachte nun Klarheit. Eine DNA-Analyse bestätigte eindeutig, dass ein Wolf für die Risse verantwortlich ist.

Die Gemeinde informierte daraufhin sowohl die Bevölkerung als auch die örtliche Jägerschaft über den Vorfall. Für den betroffenen Tierhalter wurde bereits eine Entschädigung durch das Land Niederösterreich zugesichert.

Herkunft des Tieres gibt Hinweise

Nach Einschätzung der zuständigen Fachabteilung dürfte es sich um ein Tier aus der italienischen Quellpopulation handeln.

Diese Einordnung ist nicht ungewöhnlich: Wölfe legen innerhalb kurzer Zeit große Distanzen zurück und tauchen daher oft nur vorübergehend in bestimmten Regionen auf.

Genau das könnte auch in diesem Fall zutreffen. Da der Angriff bereits einige Wochen zurückliegt, halten es Experten für wahrscheinlich, dass das Tier die Region inzwischen wieder verlassen hat. Die Gemeinde betont daher, dass aktuell keine unmittelbare Gefahr für Menschen bestehe.

Vorsicht bleibt dennoch geboten

Trotz der Entwarnung raten die Behörden zur Aufmerksamkeit. Landwirte und Tierhalter werden ausdrücklich aufgefordert, die Schutzmaßnahmen gemäß den Empfehlungen der Landwirtschaftskammer Niederösterreich umzusetzen. Dazu zählen insbesondere geeignete Zäune und weitere Vorkehrungen zum Schutz von Nutztieren.

Zunehmende Vorfälle auch überregional

Der aktuelle Fall steht nicht isoliert da. In den vergangenen Monaten häufen sich Berichte über Wolfsrisse – auch außerhalb Österreichs. So wurden etwa in Deutschland, in der Gemeinde Verden, Niedersachsen Anfang März innerhalb kurzer Zeit 17 Schafe getötet.

Drei weitere wurden verletzt, während in einem zweiten Vorfall drei Schafe gerissen wurden. Teilweise konnten selbst empfohlene Schutzmaßnahmen wie elektrische Weidezäune die Angriffe nicht verhindern.