Vertuschte Vergewaltigungen in Jugendzentrum: Vorfälle bereits seit Februar 2025
Nach den Vorwürfen rund um eine mutmaßliche Vergewaltigung in einem Berliner Jugendzentrum im Bezirk Neukölln geraten nun auch frühere Vorkommnisse stärker in den Fokus. Medienberichten zufolge sollen bereits seit Februar 2025 Hinweise auf Übergriffe vorgelegen haben.
Demnach hätten mehrere Mädchen von unerwünschten Annäherungen berichtet, darunter Küssen und Berührungen. Konsequenzen für mutmaßliche Täter seien jedoch zunächst ausgeblieben. Stattdessen war offenbar eine Schulung für Mitarbeiter zum Umgang mit sexueller Gewalt geplant, die jedoch kurzfristig nicht stattfand.
Auch intern scheint die Situation angespannt gewesen zu sein. Berichten der B.Z. und Welt zufolge nutzten Mädchen sogenannte „Safe Words“, um Betreuungspersonal auf unangenehme Situationen aufmerksam zu machen. Aus Sicht des zuständigen Jugendsenats seien die ergriffenen Maßnahmen „über einen so langen Zeitraum nicht ausreichend“ gewesen.
Vater erstattete Anzeige
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Vorfall aus dem Jahr 2025, bei dem eine 16-Jährige Opfer eines schweren Übergriffs geworden sein soll. Die Anzeige erfolgte laut Staatsanwaltschaft erst durch den Vater des Mädchens. Warum der Vorfall zuvor nicht gemeldet wurde, ist Gegenstand laufender Untersuchungen.
Die zuständige Jugendstadträtin Sarah Nagel hat eine unabhängige Kommission eingesetzt. „Die Aufklärung ist für mich zentral“, erklärte sie. Parallel dazu ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft auch wegen möglicher Versäumnisse im Umgang mit dem Fall. Dabei geht es unter anderem um den Verdacht der Strafvereitelung.
Das betroffene Jugendzentrum bleibt vorerst geschlossen. Die Aufarbeitung des Falls dürfte die Verantwortlichen noch längere Zeit beschäftigen.
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