Im Zoo Zürich sorgt ausgerechnet die Bratwurst für mächtig Ärger. Der Grund: In den Restaurants und an den Verpflegungsständen werden nur noch Fleischprodukte verkauft, die laut Zoo „bis zu einem Viertel aus Bio-Erbsenprotein bestehen“.

Betroffen sind Kalbsbratwürste, Cervelats, Wienerli und sogar das Hackfleisch im Chili con Carne. Am Geschmack soll das laut Zoo nichts ändern – beim Klima aber sehr wohl. Denn die neue Rezeptur solle die Treibhausgasemissionen senken.

Klima retten mit der Wurst

Der Zoo macht aus seiner Linie kein Geheimnis. Weniger Fleisch zu essen sei ein „zentraler Hebel“ für mehr Nachhaltigkeit und den Schutz der Biodiversität. Die Botschaft dahinter: „Naturschutz beginnt auf dem Teller“.

Genau hier setzt der Zoo auf Fleischprodukte mit Erbsenprotein. Die Idee: Weil sie wie normales Fleisch schmecken, könnten auch überzeugte Fleischesser angesprochen werden.

Besucher reagieren empört

In der Öffentlichkeit kommt das aber offenbar gar nicht gut an. Mehrere Medien berichten über verärgerte Reaktionen. Im Blick wird ein Besucher mit den Worten zitiert: „Das ist keine Wurst!“

Besonders scharf fällt der Vorwurf aus, der Zoo wolle seine Gäste nicht nur verköstigen, sondern gleich erziehen. Ein User bringt den Ärger besonders deutlich auf den Punkt: „Wenn ein Betrieb entscheidet, nur noch eine ideologisch geprägte Variante anzubieten, und die klassische Kalbsbratwurst komplett streicht, hat das nichts mehr mit Angebot zu tun, sondern mit Vorschrift. Ihr seid ein Zoo, kein Erziehungsinstitut.“

Vorwurf der Heuchelei

Zusätzlichen Zündstoff liefert ein weiterer Kritikpunkt: Gleichzeitig bietet der Zoo laut Weltwoche auch eine Kreuzfahrtexpedition in die Antarktis an. Genau das sorgt nun für den Vorwurf der Doppelmoral, weil Kreuzfahrtschiffe seit Jahren wegen ihrer CO2-Emissionen in der Kritik stehen.

Damit wird aus der neuen Wurst plötzlich ein handfester Image-Streit.