Babler-Doku: Steuergeld floss, als er schon Vizekanzler war
Neue Brisanz rund um die von Steuergeldern bezahlte Babler-Dokumentation: exxpress-Recherchen zeigen, dass Fördergelder teilweise erst ausbezahlt wurden, als Andreas Babler bereits Vizekanzler war.
Der Skandal um die staatlich geförderte Babler-Dokumentation „Wahlkampf“ erhält eine neue Dimension: Wie exxpress exklusiv beim Österreichischen Filminstitut (ÖFI) erfuhr, flossen Teile der Fördergelder erst, als Andreas Babler bereits selbst Regierungsverantwortung trug.
Zwar wurden die Förderungen formal noch unter dem damaligen Kulturminister Werner Kogler bewilligt, doch die Auszahlung erfolgte in sechs Raten, abhängig vom Fortschritt der Filmproduktion. Genau hier liegt die Brisanz.
Denn: Zwei wesentliche Förderraten wurden erst Ende 2025 überwiesen – genau gesagt am 6.11.2025 sowie am 16.12.2025. Zu diesem Zeitpunkt war Babler bereits seit 7. März Vizekanzler. Eine weitere Zahlung aus der automatischen Standortförderung ÖFI+ folgte sogar noch am 26. Februar 2026.
Insgesamt belaufen sich die Förderungen des Filmfonds auf 350.000 Euro der insgesamt mehr als 550.000 Euro aus öffentlichen Mitteln (exxpress berichtete ausführlich).
Auch Land Niederösterreich und Filmfonds Wien beteiligt
Damit ergibt sich ein brisanter Interessenkonflikt: Zwar wurde die Förderung noch vor Bablers Amtszeit genehmigt, ausbezahlt wurden die Gelder teilweise erst vor Kurzem. Die Mittel des Österreichischen Filminstituts, das für die Förderungen verantwortlich ist, kommen aus dem Kulturministerium – also jenes Ressort, dem Babler inzwischen selbst vorsteht. Mehrere Raten fallen in seine Amtszeit.
Neben dem Österreichischen Filminstitut subventionierten auch das Land Niederösterreich und der Filmfonds Wien die Dokumentation – letztere sogar den Kinostart im April. Auch die Diagonale in Graz, wo der Film uraufgeführt wurde, wird seitens des Kulturressort mit mehr als einer halben Million Euro gefördert.
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