Die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Rat der EU haben interne Regeln erlassen, die den Einsatz von komplett KI-generierten visuellen Inhalten untersagen. Grund ist die wachsende Angst vor manipulierten Inhalten im Netz – berichtet Politico. Ein Sprecher der Kommission betonte, dass man bewusst auf „Authentizität“ setze, um das Vertrauen der Bürger zu schützen. KI dürfe lediglich unterstützend eingesetzt werden – etwa zur Verbesserung echter Aufnahmen.

Deutlicher Unterschied zu den USA

Während Brüssel auf Vorsicht setzt, wird in den USA offensiv mit KI gearbeitet: Donald Trump nutzt regelmäßig KI-generierte Bilder und Videos für seine politische Kommunikation – oft mit provokanten Inhalten. Auch in Europa greifen einzelne Politiker bereits zu solchen Mitteln – etwa für Aufklärungskampagnen oder politische Botschaften.

Kritik: „Zu defensiv“

Experten sehen den strikten Kurs der EU nicht nur positiv. Zwar sei die Sorge vor Täuschung berechtigt, doch ein kompletter Verzicht könnte zum Problem werden. „Verantwortungsvoller Einsatz ist besser als Stillstand“, heißt es aus Fachkreisen. Gerade in Zeiten schneller Online-Kommunikation könne die EU dadurch an Sichtbarkeit verlieren. Politische Kommunikation findet zunehmend in sozialen Medien statt – schnell, visuell und oft emotional. Kritiker warnen daher, dass Brüssel durch seine Zurückhaltung ins Hintertreffen geraten könnte. Denn: Aufmerksamkeit entsteht heute oft durch kreative Inhalte – und genau hier spielt KI eine immer größere Rolle.

Fehlende Vorbildfunktion?

Ein weiterer Kritikpunkt: Die EU könnte eine Chance verpassen, den Umgang mit KI aktiv vorzuleben. Laut neuen EU-Regeln müssen KI-Inhalte ohnehin gekennzeichnet werden. Experten argumentieren, dass transparente Nutzung – statt eines Verbots – helfen könnte, das Verständnis für KI in der Bevölkerung zu stärken.