Kreuz im Klassenzimmer? Neue Debatte entfacht
Zu Ostern läuft die Debatte um Christentum an Schulen. Die ÖVP fordert ein klares Bekenntnis zu christlichen Werten – und bringt neue Pflichtregeln ins Spiel.
Kurz vor Ostern bringt die oberösterreichische ÖVP neue Bewegung in die Schul-Debatte. Ihre Forderung: ein klares, bundesweites Bekenntnis zur christlich-abendländischen Kultur in allen Schulen.
Auslöser ist die anhaltende Diskussion um religiöse Symbole im Klassenzimmer. EU-Politikerin Lena Schilling hatte zuletzt gefordert: „Ich verstehe nicht, warum wir religiöse Symbole in der Klasse haben müssen“.
Jetzt kommt die Gegenoffensive.
Religion – oder verpflichtend Ethik
OÖVP-Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger fordert eine klare gesetzliche Linie. Künftig soll gelten: Wer nicht am Religionsunterricht teilnimmt, muss automatisch Ethikunterricht besuchen – und zwar schon ab der Volksschule.
Bislang greift diese Regel erst ab der 9. Schulstufe.
Hiegelsberger begründet den Vorstoß klar: „Werte sind die Grundlage für ein gutes Zusammenleben und geben gerade in herausfordernden Zeiten wichtige Orientierung.“
Tausende ohne Werte-Unterricht
Besonders brisant: Laut ÖVP bleiben derzeit viele Kinder ohne entsprechende Wertevermittlung.
Die Zahlen zeigen deutliche Lücken:
– Nur rund 80 % der Volksschüler besuchen Religionsunterricht
– In Mittelschulen sind es nur rund 70 %
Heißt laut Hiegelsberger: „Tausende Kinder und Jugendliche bleiben beim derzeitigen System ohne frühe Werteschulung.“
Kreuze und Feste im Fokus
Die Forderungen gehen noch weiter: Christliche Feste und Traditionen sollen verpflichtend im Unterricht verankert werden. Auch Kreuze in Klassenzimmern sollen klar gesetzlich abgesichert bleiben.
Rückendeckung sieht die ÖVP in einer Umfrage:
– 79 % sind für christliche Feste in Schulen
– 69 % befürworten Kreuze im Klassenzimmer – selbst ohne christliche Mehrheit
Appell an den Bund
In Oberösterreich sind solche Regeln bereits verankert – inklusive Kreuz-Pflicht in Klassenräumen. Jetzt soll das Modell auf ganz Österreich ausgeweitet werden.
Hiegelsberger fordert daher ein klares Signal aus Wien:
Ein „bundesweites Bekenntnis zum Stellenwert der christlich-abendländischen Kultur“.
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