Innenminister Matteo Piantedosi ist unter Druck geraten, nachdem die Journalistin Claudia Conte in einem Interview mit der Website Money.it eine Beziehung zu ihm zugegeben hat.

Conte soll im Februar eine unbezahlte Teilzeitstelle bei einer parlamentarischen Untersuchungskommission erhalten haben, die sich mit den Problemen von Randgebieten italienischer Städte beschäftigt. Die linksgrüne Oppositionspartei Verdi-Sinistra (AVS) bezeichnete die Enthüllungen als “sehr undurchsichtig” und forderte den Minister zu einer Klarstellung auf.

Innenminister versichert: "Keine Unregelmäßigkeiten"

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach Piantedosi, der verheiratet ist und zwei Töchter hat, am Mittwoch auf die Beziehung an. Laut Quellen aus dem Umfeld der Regierungschefin versicherte der Minister, dass es dabei keinerlei Unregelmäßigkeiten gebe.

Der Fall belastet Meloni, die seit der Niederlage bei einem Referendum über ihre Justizreform vor zehn Tagen unter Beschuss geraten ist. Die Regierungschefin bemüht sich nach schwierigen Tagen, in denen Justiz-Staatssekretär Andrea Delmastro und Tourismusministerin Santanchè zurückgetreten sind, um den Zusammenhalt ihrer Koalition. Belastet wird sie unter anderem von sinkenden Umfragewerten.

Zu den offenen Fragen zählt die Neubesetzung des Tourismusministeriums. Meloni hat das Ressort interimistisch übernommen und sucht nach einem Nachfolger der zurückgetretenen Santanché. Die Neubesetzung könnte mit einer Regierungsumbildung verbunden werden, mit der sich die Regierungschefin für den letzten Teil der Legislaturperiode bis Frühjahr 2027 rüsten könnte. Sollte Piantedosi zurücktreten, könnte dies eine Regierungsumbildung beschleunigen.

Am 9. April wird Meloni vor dem Parlament in Rom berichten und die Schwerpunkte ihrer Agenda für den letzten Teil der Legislaturperiode darlegen, die im Frühjahr 2027 endet, und Gerüchte über vorgezogene Parlamentswahlen zerstreuen. Meloni wird zunächst vor der Abgeordnetenkammer und anschließend vor dem Senat sprechen.