Neue WKO-Chefin greift durch: Stellvertreter gestrichen
Jetzt wird aufgeräumt: Wirtschaftskammer-Präsidentin Martha Schultz baut die Führung des Wirtschaftsbundes radikal um. Statt fünf Vizes soll es künftig nur noch zwei geben.
Martha Schultz macht im ÖVP-Wirtschaftsbund jetzt ernst. Die Wirtschaftskammer-Präsidentin verschlankt die Führung radikal – und schickt gleich alle fünf bisherigen Stellvertreter aufs politische Abstellgleis.
Besonders brisant: Auch Walter Ruck verliert seinen Posten. Für den Wiener Kammerchef ist das ein herber Machtverlust. Laut Krone wurden die Betroffenen am Freitagmorgen per Mail über die Pläne informiert.
Aus fünf mach zwei
Der Umbau hat es in sich. Statt fünf Stellvertretern soll es künftig nur noch zwei geben. Keiner der bisherigen Vizes soll im Amt bleiben. Schultz setzt damit ein klares Machtzeichen und zieht die Führung enger an sich.
Geplant ist künftig ein Stellvertreter aus dem Kreis der Wirtschaftskammer-Präsidenten und eine politische Stellvertreterin. Für diese Rolle ist Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl vorgesehen. Sie gilt als Vertraute von Schultz und als direkte Verbindung in die Bundesregierung.
Ruck und Co. verlieren Einfluss
Nicht nur Ruck verliert. Auch Josef Herk, Peter Buchmüller, Doris Hummer und Wolfgang Ecker büßen ihre Vorstandsposten ein. Damit verlieren sie nicht nur Titel, sondern auch Mitsprache an der Spitze des Wirtschaftsbundes.
Ersetzt werden soll die alte Riege laut Krone zumindest teilweise durch Burgenlands Kammerpräsident Andreas Wirth. ÖVP-Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer geht hingegen leer aus.
Auffällig ist auch das Timing. Schultz zog die Generalversammlung um ein Jahr nach vorne und will sich schon am 17. April zur „echten“ Präsidentin wählen lassen. Offenbar will sie ihre Reformen nicht erst nach der offiziellen Kür angehen – sondern schon jetzt durchziehen.
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