Der Iran meldet einen weiteren Luftangriff in der Nähe des Atomkraftwerks Bushehr. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna schlug ein Geschoss nahe dem Grenzzaun ein. Als Folge der Explosion und herumfliegender Splitter sei ein Mitarbeiter getötet und ein Nebengebäude des Kraftwerks beschädigt worden. Nach Angaben der Agentur sind keine Schäden an den Hauptbereichen des Kraftwerks entstanden. Der Betrieb sei nicht beeinträchtigt.

Der Iran hatte zuletzt am Samstag vergangener Woche den Einschlag eines Projektils auf dem Gelände des Atomkraftwerks Bushehr gemeldet. Insgesamt ist es seit Kriegsbeginn Ende Februar der vierte Einschlag eines Geschosses nahe dem AKW beziehungsweise auf dessen Gelände.

Die Atomanlage, das einzige iranische Kernkraftwerk, liegt etwa 760 Kilometer südlich von Teheran am Persischen Golf. Sein Reaktor russischer Bauart liefert seit 2011 Strom. Der staatliche russische Atomkonzern Rosatom baut derzeit einen zweiten Reaktorblock.

Angriffe auf petrochemisches Zentrum im Südwesten des Iran

Der Iran meldete indes auch Luftangriffe auf die Sonderwirtschaftszone der Petrochemie in Mahshahr. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf das Gouverneursamt, dass es drei Einschläge und heftige Explosionen gegeben habe. Getroffen wurden demnach die Petrochemieunternehmen Fajr 1 und 2, Rijal und Amirkabir. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es Todesopfer und Verletzte gegeben habe. Israels Armee wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Angriff äußern.

Tasnim berichtete unter Berufung auf den Sprecher für Notfallsituationen in der Sonderwirtschaftszone, dass eine vollständige Evakuierung aller aktiven Industrieeinheiten in der Region angeordnet worden sei. Mahshahr ist eine Hafenstadt in der iranischen Provinz Khuzestan nahe der Grenze zum Irak.

Nach Angaben von Tasnim war auch der wichtige Grenzübergang Shalamtsheh in Khorramshahr Ziel eines amerikanisch-israelischen Luftangriffs. Es seien schwere Schäden entstanden. Es handelt sich um einen der wichtigsten Grenzübergänge für den Handel und Personenverkehr zwischen dem Iran und dem Irak. Die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA berichtete, bei dem Angriff seien eine Person getötet und fünf Menschen verletzt werden. Der Grenzübergang sei für den Handel und Personenverkehr gesperrt worden.

Israels Armee meldete am Samstag in der Früh Angriffe der Luftwaffe am Freitag auf wichtige Infrastruktureinrichtungen der iranischen Führung in Teheran. Ziele waren demnach unter anderem Anlagen zur Luftabwehr sowie zur Waffenproduktion.

Neuer Raketenbeschuss aus dem Iran auf Israel

Bei iranischen Raketenangriffen in der Nacht wurde laut israelischen Medien in der Wüste Negev im Süden des Landes ein Industriegebiet getroffen. Dort brach den Berichten zufolge ein Brand aus.

Medien meldeten zudem, dass es in weiten Teilen der Stadt Rosh Haayin im Großraum Tel Aviv zu Stromausfällen gekommen sei, da bei iranischem Beschuss eine Hochspannungsleitung beschädigt worden sei. In Vororten von Tel Aviv wurden Wohnhäuser schwerbeschädigt und eine Frau leicht verletzt. Den Angaben zufolge setzte der Iran bei dem Raketenangriff erneut international weitgehend geächtete Streumunition ein.

Israelische Medien meldeten zugleich, eine Drohne der Houthi-Miliz aus dem Jemen auf dem Weg in die Stadt Eilat sei abgefangen worden.