Drei neue Chefsessel mitten im Gagen-Wirbel: Während die Debatte über Luxusgehälter im ORF noch läuft, wurden am Küniglberg bereits die nächsten Führungspositionen vergeben.

Konkret geht es um drei Leitungsfunktionen in den TV-Hauptabteilungen Kultur und Unterhaltung: Madlene Feyrer übernimmt das Ressort „Musik und Theater“, Katharina Rossek die Redaktionsleitung „Society, Talk und Factual Entertainment“ und Rebecca Truska den Bereich „Kabarett und Comedy“.

Verantwortlich für die Besetzungen ist Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz.

Hafenecker: „Wie eine flüchtende Regierung“ – scharfe Kritik an ORF-PostenAPA/HANS KLAUS TECHT

Hafenecker: „Noch drei Osternesterl“

Für FPÖ-Generalsekretär und Mediensprecher Christian Hafenecker ist der Zeitpunkt ein Skandal. Die Empörung über die veröffentlichten ORF-Spitzengagen sei noch nicht vorbei, da würden bereits neue Topposten geschaffen. „So kurz vor Ostern werden am Küniglberg also noch drei Osternesterl verteilt“, kritisierte Hafenecker.

Besonders brisant: Die Besetzungen erfolgen nur wenige Monate vor dem Ende des aktuellen ORF-Direktoriums. Hafenecker sieht darin ein Vorgehen „wie bei einer flüchtenden Regierung“, die kurz vor Schluss noch Schlüsselstellen besetze.

Westenthaler: „Sehr ernste Fragen“: Stiftungsrat nimmt ORF-Spitze ins VisierAPA/HELMUT FOHRINGER

Westenthaler kündigt Vorladung an

Auch im ORF-Stiftungsrat wächst der Widerstand. FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler kündigt gegenüber dem exxpress an: „Das ist eine besondere Verhöhnung der Zwangsgebührenzahler. Mitten in der Diskussion um die Luxusgagen auch noch drei weitere Topposten zu besetzen und das kurz vor Ende der Periode dieses Direktoriums. Ich werde das in der nächsten Sitzung des ORF-Stiftungsrates am 23. April zur Sprache bringen und Frau Thurnher ein paar sehr ernste Fragen dazu stellen. Auch eine Vorladung der Frau Groiss-Horowitz steht im Raum.“

Damit ist klar: Die Causa dürfte den ORF auch auf höchster Ebene weiter beschäftigen.

Kritik an Programmdirektorin wächst

Hafenecker erinnert zudem an frühere umstrittene Personalentscheidungen. So sei etwa der ehemalige Sportchef Hannes Aigelsreiter unter Groiss-Horowitz bestellt worden und mit rund 340.000 Euro auf Platz drei der ORF-Gagenliste gelandet – in der Zwischenzeit ist er nicht mehr im Amt.

Auch die Einbindung von Nina Horowitz in ein Podcast-Projekt sorgt für Kritik.

Druck auf ORF-Spitze steigt

Für die FPÖ ergibt sich ein klares Bild: Statt nach dem Gagen-Skandal Zurückhaltung zu zeigen, werden neue Spitzenfunktionen geschaffen.

Hafenecker fordert daher ein Einschreiten der interimistischen ORF-Chefin Ingrid Thurnher – im Sinne der Gebührenzahler.